Warum gibt es keine Welpen und Junghunde Gruppen?

Oft werde ich von interessierten Kunden gefragt, warum ich keine Welpen-Spielstunden anbiete? 

Ich frage mich seit vielen Jahren, warum diese Chaoten Stunden so populär sind.Warum ich diese Stunden Chaoten Stunden nenne?Weil sie genau das für mich sind. Seit vielen Jahren hält sich der Glaube, dass Hunde in den ersten Lebensmonaten möglichst viel Zeit mit Gleichaltrigen verbringen müssen, um sich zu sozialisieren und zu lernen, wie Hunde miteinander umgehen. 

Haben Sie über diese oft propagierte These einmal genauer nachgedacht? 

Was soll denn ein Hund im Alter von 10, 14 oder 18 Wochen von einem anderen Hund im gleichen Alter lernen?Sozialverhalten?  Umgang mit Konflikten? Sich Hund gerecht zu verhalten? Woher soll dieses Wissen kommen? Angemessenes soziales Verhalten ist nicht angeboren, es muss erlernt werden! 

Ja, im eigenen Rudel hat der kleine Hund auch Kontakt zu Gleichaltrigen. Im Rudel ist die Mutter dabei und hat alle Pfoten voll zu tun, den Kleinen zu erklären, wo es langgeht. Außerdem leben die Tiere in einem Rudel in einem engen Sozialen Verband zusammen, es sind also vollkommen andere Voraussetzungen zu einer Welpengruppe. 

In der Welpengruppe läuft es doch so: 

Sie glauben in der Welpengruppe lernt Ihr Hund etwas von den anderen Hunden. Genau diesen Gedanken haben die anderen Teilnehmer der Gruppe auch. Zweitens stellt sich die Frage, was Ihr Hund von den anderen Hunden lernt? Um etwas weiterzugeben, muss einer der Hund doch erst einmal etwas beherrschen oder können, was die anderen Hunde nicht können. Was soll das sein? Dabei vergessen wir nur zu gern, dass es im Rudel die Elterntiere sind, die den Kleinen zeigen, wie es geht und auch die enge Soziale Beziehung zu einander fehlt den jungen Hunden in der Welpengruppe. Wer übernimmt also diese Aufgabe in den Welpengruppenund wie soll dort eine enge soziale Bindung unter den Hunden entstehen. Sie sehen sich ja grade mal einmal die Woche für eine Stunde? 

Es ist doch so; Sie sind unerfahren und möchten alles richtigmachen. Seit vielen, vielen Jahren hört man überall wie wichtig eine gute Sozialisierung für junge Hunde ist. Genauso oft hören Sie, dass der junge Hund in die Welpengruppe muss, um sozialisiert zu werden. Wahr ist, dass diese Welpengruppen einfach zauberhaft sind. Die Kleinen toben wild durcheinander. Es herrscht hoffentlich eine ausgelassene Atmosphäre. Und es macht ja auch richtig Spaß den Kleinen zuzuschauen. Die Menschen loben sich gegenseitig, wie toll die Hunde das schon alles machen und und und… 

Und zu guter Letzt erzählt Ihnen der Trainer auch noch wie außergewöhnlich Ihr Hund ist und wie wunderbar er sich entwickelt.

Und nun komme ich, erzähle Ihnen, dass ich diese Gruppen für überflüssig, ja sogar kontraproduktiv halte. 

Seit vielen Jahren beobachte ich, dass in den Welpen- und Junghunde Spiel- und Sozialisierungsgruppen der Grundstein für späteres Fehlverhaltensprobleme und allerlei Soziale-Probleme etabliert werden. Ich beobachte immer wieder, dass Hunde aus Welpen-Spielgruppen schon fast zwanghaft den Kontakt zu anderen Hunden suchen. Dass diese Hunde im Spiel oder Kontakt zu anderen Hunden so gut wie nie abrufbar und sehr aufdringlich sind. Oft sind die Hunde sehr lebhaft, unruhig und teilweise dauergestresst. Auch das Sozialverhalten lässt oft zu wünschen übrig, territoriale oder soziale Aggressionen sind bei Hunden aus den Welpen und Junghunde Gruppen häufig zu beobachten, leider werden diese Verhaltensmuster all zu oft verharmlost.  Und das, weil viele Trainer eine schöne Zeit und keine vernünftige Erziehung verkaufen. Leider kann man sehr oft beobachten, dass Raufen und Machtkämpfe in diesem Alter verharmlost und als Spiel verkauft werden. Viele Hunde lernen in diesen Gruppen, sich aggressiv gegenüber anderen Hunden zu verhalten. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Die Hunde lernen eben kein Sozialverhalten. Sie lernen, dass der Stärkste sich durchsetzt und notfalls helfen da die Zähne. Wie soll ein unerfahrener Hundehalter das erkennen? 

 

Aus diesem Grund arbeite ich im Welpen- und Junghundetraining nur in Einzelstunden. Lisa und James sind dabei und können, wenn Sie möchten, Ihrem Kleinen zeigen wie entspannte Hunde miteinander umgehen. Ich erkläre Ihnen woran Sie gutes Sozialverhalten bei Hunden erkennen. Wie Sie im Alltag Hundebegegnungen gestalten und mit schwierigen Situationen umgehen. Damit Ihr Hund einen guten Start ins Leben hat. Vergessen Sie bitte nicht, dass dazu auch mal das Setzen von Grenzen gehört und nicht alles durch die rosarote Brille betrachtet werden sollte. 

 

Sollten Sie Interesse haben mehr über meine Ansichten zur Hundeerziehung zu erfahren, dann freue ich mich darauf, von Ihnen zu hören.