Einige Gedanken zum Hundeverhalten
In der Beziehung zu unseren Hunden ist es sehr schwer, ihr Verhalten richtig einzuordnen.
Sie spielen eine große Rolle in unserem Leben und beeinflussen unseren Alltag. Wir wünschen
uns zu ihnen eine harmonische Beziehung. Wir möchten mit ihnen unsere Freizeit genießen und
sie am liebsten immer um uns haben. Leider gelingt uns das nicht immer so, wie wir uns das
vorstellen.
Wenn es Probleme macht, unseren Hunden zu erklären, was wir von ihnen möchten, benötigen wir Hilfe.
Hier können schon kleine Tipps helfen und manchmal führt der Weg auch zur nächsten Hundeschule.
Was möchten Sie von Ihrem Hund?
Bei meiner Arbeit stellt sich zuerst die Frage: Was möchten Sie von Ihrem Hund?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese einfache Frage oft nicht klar beantwortet werden kann.
Er soll lieb sein, das wünschen wir uns natürlich alle. Aber was bedeutet das genau?
Auf diese Frage bekomme ich sehr häufig die Antworten: Er soll nicht an der Leine ziehen, kommen, wenn ich Ihn rufe, nicht betteln, nicht immer mit anderen Hunden raufen. Oder in schlimmeren Fällen heißt es auch: Er soll nicht immer hinter Joggern, Radfahrern und anderen Dingen hinterherjagen.
Diese Wünsche sind völlig in Ordnung und gehören für einen gut erzogenen Hund dazu.
Wo aber liegen die Probleme?
Wir wissen heute so viel über Hunde, dass wir eigentlich gar nichts mehr wissen!
Verständigung im Mensch-Hund-Team
In der Flut von Büchern, Fernsehsendungen und Gesprächen auf der Hundewiese verlieren wir aus den Augen, dass kein Mensch-Hund-Team gleich ist. Das alles, was wir hören oder erklärt bekommen oder was beim Nachbarn geklappt hat, immer nur für den, der es gemacht hat, richtig ist.
Hier eine alltägliche Situation aus der täglichen Arbeit:
Der Jorki-Mix "Rudolph" bellt ständig in der Wohnung, wenn jemand nur den Schlüssel in das Schloss der Haustür steckt. Seine Besitzerin sagt ihm jedes Mal mit erhobener Stimme: "RUDOLPH sei STILL, das habe ICH dir schon HUNDERT Mal gesagt." Aber Rudolph macht immer munter weiter und bellt jedes Mal lauter und länger.
Dieser Klassiker macht sehr schön deutlich, was in der Erziehung unserer Hunde falsch läuft. Was, bitte, soll "Rudolph" mit dieser Aussage anfangen?
Der Hund versteht unsere Sprache nicht, allenfalls können wir ihm einzelne Laute beibringen, die er mit einem bestimmten Verhalten in Verbindung bringt. Bei Ihrem Hund kommt genau so viel an, wie bei Ihnen in dem kyrillischem Text.
Verhalten verstehen - Missverständnisse vermeiden
Mehr noch - "Rudolph" macht das, wozu er da ist. Er bewacht das Haus, ist dabei ein wenig aufgeregt und erwartet von seinem Besitzer eine Reaktion auf sein Verhalten. Bei "Rudolph" kommt aber nur an, dass sein Besitzer genauso aufgeregt "mitbellt", wie "Rudolph" und jedes Mal "bellt" sein Besitzer noch ein bisschen lauter und ist noch ein bisschen erregter wie beim Mal zuvor. Also kann "Rudolph" gar nicht anders, als zu denken, dass er seine Sache gut macht und der Besitzer möchte, dass er jedes Mal wie ein Irrer bellt, wenn jemand durchs Treppenhaus kommt. Hier greift eine klassische Konditionierung: Erwünschtes Verhalten (das Bellen) wird durch den Menschen positiv bestätigt und somit vom Hund öfter gezeigt.
Hier hilft es nicht dem, Hund ein Kommando beizubringen, dass er still sein soll. Hier muss "Rudolph" lernen, dass er nicht das Haus oder die Wohnung bewachen soll. Lernt "Rudolph" nur ein Kommando, müssen Sie ihm jedes Mal sagen, dass er ruhig sein soll und wenn keiner im Haus ist, wird er bellen wie ein Weltmeister.
Diese einfache Situation bei Hunden ist der Klassiker bei unerwünschten Verhaltensweisen. Sie macht aber besonders deutlich, wie schnell Mensch und Hund sich falsch verstehen können.
In der Hundeschule Altona lernen Hund und Mensch miteinander ohne solche Missverständnisse umzugehen.


